
Claudia Tejeda öffnet ihre Tore und verwandelt einen Teil in HH-Uhlenhorst in die Partyhuder Straße. Lest alles über die Sommerparty hier.
Text und Fotos: Johanna Karajan (Veröffentlichung oder Weiterverwendung ausschließlich unter Urhebernennung gestattet!)
¡Viva Argentina! Davon hatte man in Hülle und Fülle beim Garage-Artsale (dt.: Garagen Kunstverkauf) von der Multiart-Künstlerin Claudia Tejeda: die Argentinische Flagge hing aus dem Fenster im Obergeschoss, ein Pullover mit dem berühmten Foto der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona und Latinomusik – wer möchte da nicht gleich das Tanzbein schwingen und sein imaginäres argentinisches Feuer entfachen? Da war der kühle wenngleich sonnige Sommerabend doch sehr sehr heiß geworden. Mit Snacks und Getränken empfing Claudia Tejeda ihre Gäste in ihrem Fotostudio und Atelier in Hamburg-Uhlenhorst am Donnerstagabend dem 07. August 2026 ab 19 Uhr zu einer Outdoor-Ausstellung. Für ihre exklusiven Bilder hatte die Malerin und Fotografin sogar einen roten Teppich ausgerollt. Ihr ging es an diesem Abend auch darum, ihre Bilder zu fairen Preisen an die Leute zu bringen, um Platz für Neues zu schaffen. Ein besonderer Blickfang waren aber nicht nur das berühmte Hamburger Wahrzeichen, die Elbphilharmonie, sondern ein einzigartiger Touch.
Nicht nur Nachbarn oder Kunstliebhaber zog es an diesem Abend zu Tejeda, sondern auch Künstler und Prominente Hamburger: so etwa der Kiezpirat Kalle Haverland, Peter Bunkrad oder Modedesignerin Blanka Luz. Warum musste man bei Claudias Anblick eigentlich an Blanka denken? Richtig, weil sie Blankas exquisites Design trug, über das kürzlich hier berichtet wurde. Die beiden Schönheiten sahen in dem unverkennbaren Design von Blanka Luz glatt aus wie Schwestern. Mit Jeans und Ankle Boots im Y2K-Look zeigt die modeaffine Künstlerin, dass Blanka Luz Design auch absolut alltagstauglich ist. Ebenso unverkennbar war ein ganz persönliches Wiedererkennungsmerkmal der lateinamerikanisch stämmigen Künstlerin, zu dem sie sich mit Leidenschaft geäußert hat. In der Galerie gibt es mehr Eindrücke, von Claudias Kunst-Sommerparty.

Claudia Tejeda im Interview: „Der Geist der Stadt wacht darüber. Ob er gut ist oder böse, weiß man nicht.“
Claudia Tejedas wunderschöne Streetart-Malereien treffen auf einen… radikalen Stilbruch? Plötzlich werden internationale Landschaften mit ihren Sehenswürdigkeiten (Hamburg, Buenos Aires, New York) in angenehmen Farbspielen gecrasht durch… einen Geist? Darauf habe ich die Multichannel-Künstlerin angesprochen: Sind diese Wesen ein gutes Omen oder ein böser Blick? Eines ist jedenfalls klar: Sie spiegeln die Verbindung zu Claudias argentinischen Wurzeln wieder. „Ich male, was mir in den Sinn kommt“, so Tejeda, „Diese Wesen sind ähnlich wie Traumfänger. Sie symbolisieren den Geist der Stadt, der darunter ruht. Ob er gut ist oder böse, weiß man nicht.“, diese Interpretation überlässt Tejeda auch gerne den Betrachtern ihrer Kunst.
Die deutsch-argentinische Künstlerin erzählte in diesem Zusammenhang auch ferner von ihrer indianischen Abstammung und der daraus resultierenden surrealen Ethno-Fusion. Insofern darf man sich auf die Esoterik in den Bildern einlassen. Ein Teil ihrer Bilder sind als so bezeichnete Digital Art Gemälde teils aus Fotografien als Basis entstanden und werden unter anderem auf hochwertigstem Holz angefertigt. Mehr Informationen über ihre Kunst und wie man diese erwerben kann, gibt es hier.
Nicht nur über Kunst…
Aber nicht nur über Kunst konnte sich die stolze Deutsch-Argentinierin unterhalten. Durch das Foto von Maradona blieb ein internationales gesellschaftliches Großereignis, das zuvor stattgefunden hatte, nicht aus: Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Insbesondere Argentinien stand im Mittelpunkt der WM: Korruptionsvorwürfe, dass Argentinien die WM im Vorfeld gekauft hätte, das aggressive Verhalten, der jungen argentinischen Fußballer, der Druck um Lionel Messis letzte Fußball-WM… „Das wurde in den Medien alles sehr aufgebauscht. Wir Argentinier sind halt eben sehr leidenschaftlich und emotional.“, erklärt Claudia Tejeda, die selbst im Nationaltrikot für Argentinien mitgefiebert hat. Sie kritisiert vor allem die Berichterstattung der Medien und die Trends auf Social Media: „Niemand erinnert sich an die Fußballweltmeisterschaft 2014 als die deutsche Nationalmannschaft auf dem Podest während ihrer Siegesfeier ihren Tanz aufgeführt haben: ‚Das sind wir‘ und sich sehr stark aufgerichtet haben und ‚Das sind die Gauchos‘ und sich dann runtergebeugt haben. Es hatte schon stark rassistische Züge angenommen.“ Zumindestens läuft es in den letzten Jahren nicht mehr so gut für das Team der DfB – lastet vielleicht ein Fluch auf ihnen? „Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn Argentinien die Fußball-WM gewonnen hätte. Spanien hatte aber deutlich besser gespielt.“, sagte sie noch als Schlusswort.
Geister, Gottheiten, Lehren… oft erinnert dies zunächst stark an die indische Kultur. Claudia Tejeda hat uns jedoch auf eine ganz andere Reise mitgenommen und uns einen neuen Blickwinkel aufgezeigt. Wir freuen uns bereits auf die nächste Party.

















